ARCHE NORA

©Jakob Fuhr

ARCHE NORA

ARCHE NORA - ©Jakob Fuhr

ARCHE NORA

Regie: Anna Kirst Österreich 2020 | 79 Min. | Engl., Span. mit dt. UT

Durch die Geburt auf US-amerikanischem Boden erhält man in den USA automatisch die Staatsbürgerschaft – das gilt auch für die Kinder von undokumentierten Einwanderern. Ihre Eltern können jedoch jederzeit abgeschoben werden. Nora, eine konservative Geschäftsfrau in Miami, hat die Vollmacht für Tausende dieser Kinder. Sie nutzt ihr Image einer altruistischen Heldin in den Medien und ihre Kontakte zur republikanischen Partei, um auf allen Ebenen für die Kinder zu kämpfen. Die Peruanerin Gissel muss Nora vielleicht bald eine Vollmacht für ihre Tochter geben, um ihr im Falle einer Abschiebung eine Zukunft in den USA zu ermöglichen. Carmens Söhne sind sogenannte „Dreamers“, deren Zukunft an einem seidenen Faden hängt und die jederzeit in ein Land abgeschoben werden könnten, das sie nur aus den Erzählungen ihrer Eltern kennen.
Der Film begleitet drei emanzipierte Frauen bei ihrem Kampf für eine bessere Zukunft und taucht dabei ein in eine Parallelwelt, die mit gängigen Klischees bricht.

  • Regiekommentar

    Ich kenne Nora seit 2014 und war auf Anhieb von ihrem sozialen Engagement fasziniert. Je mehr Zeit ich mit ihr verbrachte, desto mehr erkannte ich, dass Nora so gar nicht in mein Bild einer klassischen Sozialhelferin passt. Als ich auch jene Menschen kennenlernte, die sowohl an ihrer Seite kämpften, als auch ihre Unterstützung erhielten, wurde mir klar: Das ist ein in sich geschlossener, funktionierender Mikrokosmos, der immer wieder von politischen Entscheidungen bedroht wird.
    ARCHE NORA stellt die Frage, ob atypische Held·innen es schaffen können, die Welt positiv zu verändern. Ich möchte das Filmpublikum auf eine emotionale Reise mitnehmen, die ihm einen neuen Einblick in das Leben von undokumentierten Einwanderern in den USA verschafft – mit einer Frau, die sich selbst als Heldin inszeniert. Schlussendlich kann sich jeder selbst eine Meinung über die Protagonistin bilden. ARCHE NORA ermöglicht dadurch einen kritischen Diskurs zum Thema Immigration und Zivilcourage. (Anna Kirst)

Regie-Biographie

Anna Kirst

Anna Kirst - ©Anna Kirst

Anna Kirst

Geboren 1987 in Wien. Sie verbrachte eineinhalb Jahre in Australien. Nach Filmpraktika in Sydney und Wien schloss sie ihr Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien ab und studierte Schnitt an der Filmakademie Wien. In den USA arbeitete sie für zwei Jahre als Chef-Editorin für den ORF und gewann nach ihrer Rückkehr für den Kurzfilm WARTEZEIT den Arri Media Förderpreis Schnitt bei Filmplus, dem Festival für Filmschnitt und Montagekunst in Köln. ARCHE NORA ist ihre erste lange Regiearbeit.

Filmografie

2013
DAS FEST DER LIEBE
2020
ARCHE NORA
Regie
Anna Kirst
Buch
Anna Kirst, Lena Weiss
Kamera
Jakob Fuhr
Montage
Anna Kirst
Ton
Matthias Writze
Produzenten
Lena Weiss
Produktion
Glitter & Doom Filmproduktion