JIBRIL

Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

JIBRIL

JIBRIL - Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

JIBRIL

Regie: Henrika Kull Deutschland 2018 | 83 Min. | Dt., Arab. mit dt. UT

Maryam (Susana Abdulmajid) lebt ein selbstbestimmtes  Leben  als  geschiedene  Mutter  dreier Mädchen.  Sie  arbeitet  in  einer  Sprachschule in Neukölln,  wo  sie  Integrationskurse  organisiert, während sie zu Hause mit ihren Töchtern eine Mischung aus Deutsch und Arabisch spricht. Sie ist auf der Suche nach dem Glück und sich selbst. Als Maryam ein Paket im Gefängnis abgeben soll, trifft sie durch Zufall Gabriel, genannt Jibril (Malik Adan) wieder, mit dem sie vor Jahren auf  einer  Party  geflirtet  hat  und  der  nun  eine sechsjährige Haftstrafe absitzt. Die Anziehungskraft ist noch genauso stark wie damals – und die beiden gehen innerhalb der kurzen Besuchszeiten
eine leidenschaftliche Romanze ein. Maryam ist von der neuen Liebe beflügelt und scheint endlich wieder zu sich selbst zu finden, aber schon bald zeigt sich Jibril von einer ganz anderen Seite.

  • Regiekommentar

    Sehnsucht und Körperlichkeit, aber auch Orte sozialer  Grenzerfahrung  sind  Themen,  die  mich schon immer interessieren, und so führte mich eine Recherche 2011 erstmals in ein Gefängnis. Dort  lernte  ich  Inhaftierte  kennen  und  wollte verstehen, wie sie ohne Intimität klarkommen können, was ihre Wege sind, Sehnsüchte zu befriedigen. Zugleich begann ich mich für die Perspektive derer zu interessieren, die draußen warten, und drehte 2015 meinen Dokumentarfilm ABSENTLY PRESENT über Yasmin, die mit einem Inhaftierten liiert ist. Es schien mir, als würde Yasmins Beziehung hauptsächlich als Projektion stattfinden.


    Liebesgeschichten  sind  natürlich  immer auch Projektionen, und auch Jibril ist das Idealbild von Gabriel, das Maryam zeichnet, er wird zu ihrer „Erfindung“, die Erfüllung ihrer Sehnsucht. Für Gabriel, der seit drei Jahren inhaftiert ist, ist Maryams Auftauchen der scheinbare Ausweg aus der sozialen Isolation und wird zur Spiegelung seiner Sehnsucht – doch er ist konfrontiert mit einer Frau, die freier ist als er. (Henrika Kull)

Regisseurangaben

 Henrika Kull

Henrika Kull - Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF

Henrika Kull

Biografie
Geboren 1984 in Süddeutschland. Sie absolvierte ein Studium der Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln und begann im Anschluss an ihre filmsoziologische Diplomarbeit 2012 ein Produktionsstudium an der Deutschen Film-und Fernsehakademie Berlin. Von 2014 bis 2018 studierte sie Regie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. JIBRIL ist ihr Abschlussfilm.


Filmografie (Auswahl)
2014  RITE OF SPRING (KF)
2016 ABSENTLY PRESENT (KF, Dok.)
2017 ROSINEN (KF)
2018 JIBRIL

Regie
Henrika Kull
Buch, Montage
Henrika Kull
Kamera
Carolina Steinbrecher
Musik
Dascha Dauenhauer
Ton
Tarek Soltani, Louis Marioth, Niklas Kammertöns, Martin Steyer
Ausstattung
Theresa Reiwer
Kostüm
Wiebke Lebus
Cast
Susana Abdulmajid, Malik Adan
Producerinnen
Carolina Steinbrecher, Sophie Lakow, Henrika Kull
Produktion
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Weltvertrieb
Pluto Film Distribution Network
Altersangabe
Keine FSK-Prüfung. Folglich freigegeben ab 18 Jahren.