PILOTINNEN

Aysun Bademsoy

PILOTINNEN

PILOTINNEN - Aysun Bademsoy

PILOTINNEN

Regie: Christian Petzold Deutschland 1995 | 72 Min.

Kosmetikverkäuferin Karin (Eleonore Weisgerber) ist Ende 40 und wenig erfreut, als ihr Chef ihr eine
jüngere, aufstrebende Kollegin Sophie (Nadeshda Brennicke) zur Seite stellt. Karins Welt sind die
Vorstädte. Sie vertreibt Billig-Kosmetik im Großraum Leverkusen, lebt in einfachen Hotels. Sie arbeitet hart, denn sie braucht jeden Pfennig, um an ihr  Ziel  zu  kommen:  Paris.  Bis  dahin  paukt  sie Französisch per Kassette.
Sophie, gelernte Fremdsprachen-Korrespondentin, ist mit dem Juniorchef des Unternehmens liiert. Zwischen den Frauen herrscht eisige Kälte - bis Sophie merkt, dass der Juniorchef es gar nicht ernst mit ihr meint. Und als Karin bei potenziellen Arbeitgebern zweideutige Angebote bekommt, begreifen sie, dass sie beide Figuren in einem Spiel sind, dessen Regeln andere bestimmen. Die Konkurrentinnen werden zu Komplizinnen.

  • Regiekommentar

    1995 drehte ich einen ersten längeren Spielfilm – „Pilotinnen“, meine Abschlussarbeit an der Berliner Filmhochschule. Dort hatte ich meine Ruhe gehabt, denn ich galt dort eigentlich als Versager, ohne relevanten Output. Ich hatte mein ganzes Studium über nur Filme geschaut, Seminare besucht und wenig sonst gemacht, wohl aus Angst, mich zu veröffentlichen. Ich war aber auch irritiert, steckte in einer Art Krise, denn ich hatte ge- dacht, ich wüsste, wie das Filmemachen funktionierte – aber nach einem Jahr an der Hochschule wusste ich nichts mehr. (Christian Petzold 2016 in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazinprofil)

    Meine Mutter war eine dieser Avlon-Ladys, sie hat Kosmetikpartys veranstaltet, so wie es auch die Tupperwarepartys gibt. Die schönen Flakons mit  Parfums,  die  französische  Namen  trugen, haben ein Stück Freiheit suggeriert. Die Männer, die den ganzen Tag auswärts in einer der entfernten  Städte  gearbeitet  haben,  waren  nicht minder gefangen in einem Lebensstil, von dem ich als Jugendlicher vor allem eines wollte: weit weg.
    (Christian Petzold 2018 in einem Interview mit dem Radiosender FM4)

Regisseurangaben

Christian Petzold

Christian Petzold - Schramm Film Koerner & Weber

Christian Petzold

Biografie
Geboren 1960 in Hilden. Er studierte von 1981 bis 1989 Germanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Von 1988 bis 1994 studierte er zudem Regie an der Deut- schen Film- und Fernsehakademie Berlin. Er erhielt für seine Filme zahlreiche Preise, u. a. 2005 einen Grimme-Preis für WOLFSBURG und 2012 auf der Berlinale den Silbernen Bären für BARBARA. Sein Film TRANSIT lief 2018 im Wettbewerb der Berlinale.

Filmografie (Auswahl)
1995 PILOTINNEN
2000 DIE INNERE SICHERHEIT
2003 WOLFSBURG
2005 GESPENSTER
2007 YELLA
2012 BARBARA
2014 PHOENIX
2018 TRANSIT

Regie
Christian Petzold
Buch
Christian Petzold
Kamera
Hans Fromm
Montage
Monika Kappl-Smith
Musik
Georges Delerue
Ton
Heino Herrenbrück, Martin Ehlers-Falkenberg
Austattung
Kade Gruber
Kostüm
Anette Guther
Cast
Eleonore Weisgerber, Nadeshda Brennicke, Udo Schenk, Barbara Frey u. a.
Produzenten
Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber
Produktion
Schramm Film Koerner & Weber
Koproduktion
Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin GmbH (dffb), Annedore von Donop
Redaktion
Annedore von Donop (ZDF)