NUR EIN AUGENBLICK

©Sören Schulz

NUR EIN AUGENBLICK

NUR EIN AUGENBLICK - ©Sören Schulz

Nur Ein Augenblick

Regie: Randa Chahoud Deutschland, Großbritannien 2019 | 108 Min. | Dt., Arab. mit dt. UT

Der syrische Musiker und Student Karim (Mehdi Meskar) lebt seit fünf Jahren in Hamburg und ist mittlerweile ein richtiges Nordlicht geworden. Privat könnte es bei ihm nicht besser laufen. Seine große Liebe Lilly (Emily Cox) ist schwanger, und sie ziehen endlich in ihre erste gemeinsame Wohnung. Als Karims Familie schließlich Syrien und den Bürgerkrieg verlässt und sich auf den Weg nach Deutschland macht, scheint das Glück endgültig perfekt.
Aber Yassir entscheidet sich in letzter Minute, in Syrien zu bleiben, um zu kämpfen, und gerät dabei in Lebensgefahr. Voller Sorge reist Karim in die Türkei an die syrische Grenze, wo er Informationen über den Verbleib seines Bruders sammeln will. Er erfährt, dass Yassir in ein berüchtigtes Foltergefängnis verschleppt wurde, das kurz vor dem Sturm durch die syrische Befreiungsarmee steht. Für Karim wird klar: Wenn er Yassir retten will, muss er mitkämpfen.

  • Regiekommentar

    2012 habe ich einen Libyer kennengelernt, der in Berlin studierte, als sein Bruder von Gaddafis Armee verhaftet wurde. Er hat daraufhin alles aufs Spiel gesetzt – seine Beziehung, sein Studium, sein Leben – und ist als Rebell gegen Gaddafi in den Krieg gezogen.
    Wir in Deutschland haben es bequem: Unser Land richtet viel Unheil in der Welt an, aber das Blut an unseren Händen sieht man nicht. Wir müssen keine Waffe in die Hand nehmen, um zu töten. Deswegen sagen wir schnell: „Ich bin Pazifist“. Aber was, wenn ein Mensch der uns nahesteht, gefoltert und verschleppt wird?
    Als Tochter eines Syrers beschäftigt mich das Thema Gewalt seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs sehr. Bei uns zu Hause gingen ständig Exil-Araber ein und aus, hitzige politische Diskussionen bis tief in die Nacht waren häufig das Hintergrundrauschen, bei dem ich als Kind abends einschlief. Diese ruhelose „Kampf“-Stimmung, die fast zelebriert wurde, hat mich geprägt. Und als der Bürgerkrieg ausbrach, war klar, dass ich über dieses Gefühl einen Film machen will. (Randa Chahoud)

Regisseurangaben

Randa Chahoud

Randa Chahoud - ©Soeren Schulz

Randa Chahoud

Geboren 1975 in Berlin. 2006 beendete sie ihr Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während ihrer Studienzeit absolvierte sie ein Praktikum bei Michael Ballhaus am Set von GANGS OF NEW YORK und sammelt Erfahrungen in den Bereichen Fotografie, Szenenbild und Bildgestaltung. Als Regisseurin, Autorin und Koproduzentin der ZDF-Serie „Ijon Tichy: Raumpilot“ war sie für den Grimme-Preis 2008 und den Grimme-Preis 2012 nominiert und gewann 2007 den Deutschen Fernsehpreis (Förderpreis). NUR EIN AUGENBLICK ist ihr Kinodebüt.

Filmografie

2006-2011
IJON TICHY: RAUMPILOT
2016
OHNE DICH
2019
TATORT: LAKRITZ
DEUTSCHLAND 89
NUR EIN AUGENBLICK
Regie
Randa Chahoud
Buch
Randa Chahoud
Kamera
Sören Schulz
Montage
Adrienne Hudson
Musik
MG Saad, Winter Sounds, Eike Ebbel Groenewold, Martin Rott, Hani Asfari
Ton
Claudia Mattai del Moro
Ausstattung
Juliane Friedrich
Kostüm
Katrin Aschendorf
Cast
Mehdi Meskar, Emily Cox, Jonas Nay, Marwan Moussa, Husam Chadat, Amira Ghazalla
Produzenten
Clementina Hegewisch, Johannes Jancke
Produktion
Neue Impuls Film
Koproduktion
Lightburst Pictures, Cactus World Films
Förderung
Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Deutscher Filmförderfonds (DFFF)
Verleih
farbfilm verleih