ÜBERLEBEN IN NEW YORK

©Rosa-von-Praunheim

ÜBERLEBEN IN NEW YORK

ÜBERLEBEN IN NEW YORK - ©Rosa-von-Praunheim

ÜBERLEBEN IN NEW YORK

Regie: Rosa von Praunheim Deutschland 1989 | 90 Min. | deutsch

Drei deutsche Frauen kommen Anfang der 1980er Jahre nach New York und versuchen dort, Fuß zu fassen. Claudia, die gemeinsam mit ihrem Freund nach New York gekommen ist, trennt sich alsbald von ihm und verliebt sich in eine Frau. Als sie vom Freund ihres Nachbarn in ihrem Apartment im East Village brutal vergewaltigt wird, kann sie sich mit letzter Kraft zum Lebensmittelladen an der Ecke schleppen und um Hilfe rufen. Die etwas naive Ulli aus Schwaben lebt mit ihrem Freund Ronnie zusammen, der im Drogenrausch seinen besten Freund in Notwehr erschlagen hat. Nur Anna, der dritten Hauptperson des Films, ist nichts Dramatisches passiert. Sie hat nach ihrer Heirat mit einem schwarzen Modedesigner in einer Stripteasebar einen Richter kennengelernt. Ihr zuliebe gab er seinen Beruf auf und kaufte ihr eine Stripteasebar.
Eine Hommage an New York und dessen bizarre Widersprüchlichkeit.

  • Regiekommentar

    Wir drehten vier aufregende Wochen lang. Ich hatte immer das Gefühl, jeder Tag könne der letzte sein. In diesem Wahnsinns-Dschungel von New York kann dir dauernd jemand eins auf die Rübe hauen, kann dir alles gestohlen werden. Doch es gibt auch Ausnahmen. Als wir zum Beispiel einmal in mein Haus zurückkamen, quälte ich mich mit viel Gepäck an meiner Eingangstür ab, eine junge hübsche Frau hielt mir die Tür auf und fragte, ob sie mir helfen könne. Ich antwortete sehr gereizt und bemerkte zu spät, dass es Isabella Rosselini gewesen war.
    Vielleicht ist ÜBERLEBEN IN NEW YORK, mein erfolgreichster Film, so gut geworden, weil er viel mit mir zu tun hat. Ich bin in meiner Arbeit am besten, wenn ich etwas filme, das ich kenne und das ich liebe und mit dem ich persönlich etwas zu tun habe. ÜBERLEBEN IN NEW YORK lief in Berlin allein 28 Wochen im Kino. Besonders Frauen stürmten in die Kinos und konnten die Abenteuerlust von Ulli, Claudia und Anna nachvollziehen. Nach den anstrengenden Dreharbeiten stürzte ich mich wieder ins Sexleben von New York.
    (zitiert aus: „50 Jahre pervers. Die sentimentalen Memoiren des Rosa von Praunheim“, Kiepenheuer & Witsch, 1993)

Regisseurangaben

Rosa von Praunheim

Rosa von Praunheim - ©Rosa von Praunheim

Rosa von Praunheim

Geboren 1942 in Riga, Lettland, als Holger Mischwitzky. Er wuchs in Frankfurt am Main auf und lebt seit Mitte der 1960er Jahre in Berlin. Mit Kultfilmen wie NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION IN DER ER LEBT (1967) und DIE BETTWURST (1970) gilt er als Wegbereiter der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland. In über 50 Jahren drehte er über 150 Filme und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet.

Filmografie

1970
NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT
1971
DIE BETTWURST
1973
BERLINER BETTWURST
1976
24 STOCK
1982
ROTE LIEBE
1985
EIN VIRUS KENNT KEINE MORAL
1986
ANITA - TÄNZE DES LASTERS
1999
DER EINSTEIN DES SEX
2002
TUNTEN LÜGEN NICHT
2005
MÄNNER, HELDEN UND SCHWULE NAZIS
2007
MEINE MÜTTER
2008
DER ROSA RIESE
2012
DER KÖNIG DES COMICS
2015
HÄRTE
2017
ÜBERLEBEN IN NEUKÖLLN
2018
MÄNNERFREUNDSCHAFTEN
2019
DARKROOM
Regie
Rosa von Praunheim
Buch
Rosa von Praunheim
Kamera
Jeff Preiss
Montage
Mike Shephard, Rosa von Praunheim
Musik
Roy Campbell
Ton
Steven Robinson, Philip Roth
Produzenten
Rosa von Praunheim
Produktion
Rosa von Praunheim Filmproduktion
Koproduktion
WDR
Redaktion
Klaus Hennig

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