RUN ME WILD
Regie: Catharina Lott | Deutschland 2026 | 86 Min. | FSK ab 12
Toni (Luna Jordan) spricht nicht über ihre Vergangenheit. Sie stemmt lieber Gewichte, bis die Hände zittern. Oder lenkt sich mit der Arbeit in der Gärtnerei ihrer Eltern (Johanna Wokalek und Thomas Loibl) ab. Doch immer öfter holen ihre traumatischen Erinnerungen sie ein. Als Toni die abenteuerlustige Anna kennenlernt, entwickelt sich zwischen beiden mehr als Freundschaft. Anna bringt Leichtigkeit in Tonis Alltag. Aus Vertrautheit wird Anziehung, aus Anziehung etwas, das Toni kaum zuzulassen wagt. Während sich Toni vorsichtig auf Anna einlässt, macht in der Gegend ein Gerücht die Runde: Ein Tiger streunt frei herum - und es ist nicht klar, woher er stammt und wohin er geht. Für Toni ein alberner PR-Gag, für Anna ein Abenteuer. Doch je mehr Anna Toni herausfordert, desto häufiger schleicht sich der Tiger in Tonis Träume. Auf einer Party kippt die Balance endgültig. Toni verliert die Kontrolle über Körper und Sinne, ein Gefühl, das sie nie wieder erleben wollte. Und inmitten eines dunklen Hopfenfeldes, steht das Raubtier plötzlich vor ihr – kein Traum mehr, sondern Wirklichkeit.
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Regiekommentar
Ich wollte einen Film machen, der nicht immer eindeutig und leicht zu greifen ist. Ein Film, der weh tut, ehrlich ist und trotzdem die schönen Momente des Lebens gegenüberstellt. Besonders wichtig war mir, Toni innere Kraft zu schenken, damit sie ihrem Schmerz und ihren Problemen in Zukunft bewusst und aktiv nachgehen kann. Nicht vermeintlich äußerliche Stärke. Tonis Körperlichkeit wankt von scheinbar stählerner Härte zu einer fragilen Verletzlichkeit. Zwei Enden eines Spektrums, das Weiblichkeit und Menschsein mit Leichtigkeit in einer Figur vereint. Klischees sollen aufgebrochen werden. Das sich Eingestehen von Schwäche und das sich Bewusstwerden der eigenen Besonderheiten gehörten zu den prägendsten Momenten meines Erwachsenwerdens. Der Film zeigt keine emotional-abgeschlossene Reise mit Happy-End. Er zeigt, wie man es schafft, sich langsam auf die große Reise vorzubereiten, indem man lernt, Rückschläge zu akzeptieren und kleine Fortschritte wertzuschätzen. Der Film versteht Identität nicht als Ziel, sondern als Prozess.
Regie-Biographie

Catharina Lott - ©Catharina Lott
Catharina Lott
Catharina Lott arbeitete nach dem Abitur mehrere Jahre an deutschen und österreichischen Filmsets, bevor sie 2020 ein Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München begann. Ihre Kurzfilme liefen erfolgreich auf internationalen Festivals, u. a. feierte „FRANKY“ 2023 Premiere beim Max-Ophüls-Preis und gewann das Filmfestival Kitzbühel, während „Die Sonne scheint nur für uns“ für die Kurzfilmnacht des Bayerischen Rundfunks lizenziert wurde. Mit „Run Me Wild“ realisiert sie ihren ersten Langfilm, der gleichzeitig ihr Abschlussfilm an der HFF München ist.




