NICHTS BLEIBT UND NICHTS VERSCHWINDET
Regie: Paul Sonntag | Deutschland 2026 | 79 Min. | Dt., Engl., Rumän., mit dt. UT
Eine Straßenecke in Berlin-Moabit verändert sich: Aus einem alternden Supermarkt wird eine Baustelle und dann ein Neubau. Regale werden eingeräumt, Wände abgerissen, Pause gemacht und Geld gezählt. Die Menschen, die hier arbeiten, lassen den Ort entstehen. Wie bestimmt der Ort die Umstände ihrer Arbeit? Zwischen Kühlregal, Baugerüst und Sichtbeton überlagern sich die Versionen des Ortes. Mal spielerisch, mal gespenstisch, kommen dabei Wiederholungen zum Vorschein, wie Echos zwischen den Welten.
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Regiekommentar
Seit über 15 Jahren lebe ich, mit Unterbrechungen, zwei Hausnummern entfernt von dem Ort, der im Mittelpunkt dieses Films steht. In Berlin geboren und aufgewachsen, bin ich vertraut mit der Stadt, die an dieser Straßenecke Abschied nimmt. NICHTS BLEIBT UND NICHTS VERSCHWINDET ist ein Versuch, den Zwischenmoment zu dokumentieren, in dem das, was war, ins Wanken kommen, und das was wird, noch Form annimmt. Gleichzeitig ist der Film auch eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen der Arbeit, die an diesem Ort verrichtet werden. Dabei interessiert mich die Beziehung von Menschen durch ihre Arbeit zur Materialität ihrer Umgebung. Der Blick vor die eigene Haustür an Alltagsorte wie Supermarkt, Baustelle oder Neubau eröffnet für mich wichtige Fragen: Welches Verhältnis haben wir zu unseren Arbeitsorten? Wie verändern wir diese Orte und sie uns? Wann hört ein Ort auf zu sein und wie entsteht ein neuer?
Regie-Biographie

Paul Sonntag - ©Katja Feldmeier
Paul Sonntag
Er studierte zunächst Architektur und Fotografie in New York, danach Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg, mit Stationen in Prag, Paris und Lagos. 2025 absolvierte er die Diplomprüfungen in Kamera und Dokumentarfilmregie. Seine Arbeiten wurden während der Berlin Art Week an der Neuen Nationalgalerie, in der Kunsthalle Basel, dem Salzburger Kunstverein und diversen Filmfestivals gezeigt, u. a. TIFF next wave und PÖFF Tallinn. Er arbeitet als Filmemacher und Kameraperson und lebt in Berlin-Moabit.




