Filmstill EINZELTÄTER – TEIL 2: HALLE

©Julian Vogel

Filmstill EINZELTÄTER – TEIL 2: HALLE

Filmstill EINZELTÄTER – TEIL 2: HALLE - ©Julian Vogel

EINZELTÄTER – TEIL 2: HALLE

Regie: Julian Vogel | Deutschland 2023 | 68 Min. | FSK ab 0

An Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versucht ein Rechtsextremist in die Synagoge von Halle einzudringen, um ein Blutbad anzurichten. Als dies nicht gelingt, ermordet er zwei Menschen außerhalb der Synagoge. Einer davon ist Kevin. Während die Öffentlichkeit zuschaut, wie dem Täter der Prozess gemacht wird, kämpft sein Vater Karsten um einen Umgang mit seiner Trauer. Mit den politischen Kämpfen, die andere in Folge des Anschlags führen, hat er nichts zu tun. Er findet Halt in der Fanszene des Halleschen FC, einem ostdeutschen Traditionsverein, der auch Kevins Heimat war.
Der Film ist Teil einer Trilogie, die sich Menschen widmet, die bei den rechtsextremen Anschlägen von München 2016, Halle 2019 und Hanau 2020 Angehörige verloren haben.

  • Regiekommentar

    Seit 2018 bin ich in Kontakt mit Hinterbliebenen des rassistischen Anschlags von München 2016, der von den Ermittlungsbehörden als unpolitischer Amoklauf eingeordnet worden war. Nach dem Anschlag von Halle wurde die Tat von München endlich als rechte Gewalt und Rechtsextremismus als größte Bedrohung der Sicherheitslage eingestuft. Nach dem Anschlag von Hanau, der das Problem der rechten „Einzeltäter“ endgültig ins öffentliche Bewusstsein rückte, entschied ich, einen Dokumentarfilm über die Hinterbliebenen dieser drei Taten zu drehen. Es entstand eine Trilogie über ihre Trauer und ihr Verhältnis zur gesellschaftlichen Dimension der Taten.
    Die Familien in München und Hanau vereint, dass ihre Trauerarbeit verwoben ist mit dem Kampf gegen Rassismus. In Halle ist die Situation anders: Karsten muss mit dem Tod seines Kindes umgehen, weil jemand eine Minderheit treffen wollte, zu der er selbst nicht gehört. Für mich als Filmemacher war es konsequent, mich auch seiner Trauer zu widmen.

Regie-Biographie

Julian Vogel

Julian Vogel - @Ana Branea

Julian Vogel

Geboren in Frankfurt/Main. Er hat an der FU Berlin, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Fémis in Paris studiert. Das Filmfestival Max Ophüls Preis zeigte 2017 seinen Dokumentarfilm BILDER VOM FLO.

Filmografie

2011
TILMAN IM PARADIES (MF, Dok.)
2012
DALILA (KF)
2013
PALAST (Dok.)
2013
16xDEUTSCHLAND: RHEINLAND-PFALZ (KF, Dok.)
2016
BILDER VOM FLO (Dok.)
2023
EINZELTÄTER (Dok.-Trilogie)
Regie
Julian Vogel
Buch
Julian Vogel
Kamera
Luise Schröder, Julian Vogel
Montage
Gregor Bartsch
Musik
Milan Loewy
Ton
Julian Vogel, Oscar Stiebitz, Christoph Giesemann
Produzent:innen
Ümit Uludağ, Martin Roelly, Erik Winker
Produktion
CORSO Film- und Fernsehproduktion
Koproduktion
ZDF – Das kleine Fernsehspiel
Redaktion
Lucia Haslauer
Website
https://julianvogel.net/de/filme/44-einzeltaeter-at, https://www.corsofilm.de/de/filme/in-arbeit/
Altersfreigabe
FSK ab 0

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