„Vielschichtiges Schauspiel“: Filmfestival Max Ophüls Preis gibt Nominierungen für die beiden Schauspielpreise bekannt
Im Rahmen der 47. Ausgabe des Filmfestival Max Ophüls Preis würdigt eine dreiköpfige Jury besondere schauspielerische Leistungen aus den Wettbewerben Spielfilm und Mittellanger Film. Bradley Iyamu, Susanne Ritter und Kirstin Wille nominieren sechs Schauspieler:innen und zeichnen daraus zwei Leistungen aus.
Die Jury entscheidet frei über Rollenformate und Geschlechterzugehörigkeit. Die beiden Preisträger:innen werden im Rahmen der Preisverleihung am Samstag, den 24. Januar 2026, um 19 Uhr im E Werk Saarbrücken bekanntgegeben. Das Preisgeld beträgt jeweils 3.000 Euro und wird von der Sparkasse Saarbrücken sowie den derzeit 63 Festivalpat:innen gestiftet.
Die künstlerische Leiterin Svenja Böttger:
„Mit großer Dankbarkeit verabschieden wir uns von Bradley Iyamu, Susanne Ritter und Kirstin Wille, die das Filmfestival über drei Ausgaben hinweg als Schauspiel-Jury begleitet haben. Mit großer Präzision, Offenheit und einem feinen Blick für schauspielerische Nuancen haben sie die Auszeichnung nachhaltig geprägt und entscheidend dazu beigetragen, neue Stimmen sichtbar zu machen und frische Talente in die Branche zu bringen.“
Die Programmleitung Theresa Winkler ergänzt:
„Die Schauspielnominierungen zeigen eindrucksvoll die Bandbreite und Tiefe der diesjährigen Wettbewerbe. Die Jury hat Leistungen ausgewählt, die durch Präzision, Mut und emotionale Klarheit überzeugen. Wir freuen uns sehr, diese sechs Positionen im Festival sichtbar zu machen.“
„Bei unserer dritten und letzten Jurytätigkeit beim diesjährigen FFMOP in Saarbrücken haben wir erneut spannende Nachwuchs-Spieler:innen gesehen, die uns mit ihrem vielschichtigen Spiel überzeugt haben. Die Talente berühren durch präzises und glaubhaftes Spiel, sodass man den dargestellten Figuren mit ihren emotionalen Höhen und Tiefen gebannt folgt und mit ihnen mitfühlt. Die Jurytätigkeit hat uns große Freude gemacht - und auch, wenn dies die letzte Runde für uns ist, werden wir dem Festival, das sich so engagiert für die Nachwuchsförderung einsetzt, verbunden bleiben“, so die drei Juror:innen Bradley Iyamu, Susanne Ritter und Kirstin Wille.
Für die Nominierung werden Schauspieler:innen aus den Wettbewerben Spielfilm und Mittellanger Film im Alter von 18 bis etwa 35 Jahren berücksichtigt, deren filmische Arbeit sich noch in einer frühen professionellen Phase befindet, die bislang in maximal drei größeren fiktionalen Rollen zu sehen waren und noch keine bedeutenden nationalen Auszeichnungen im Film- oder Theaterbereich erhalten haben.
Alle anwesenden nominierten Schauspieler:innen werden während der Festivalwoche im Rahmen des SR-Festivalfunks, dem Festivalmagazin des Saarländischen Rundfunks, im Festivalclub Lolas Bistro vorgestellt.
Die Schauspiel-Jury nominiert folgende sechs Talente in alphabetischer Reihenfolge:
Tommes Diallo - Lars Nitsch
Tommes Diallo - Lars Nitsch
Tommes Diallo - Lars Nitsch
Tommes Diallo (CHAMPIONS UND WIR / WB Mittellanger Film)
Nominierungsbegründung:
Josh spielt Fußball und ist verliebt in seinen guten Freund Chicco, der allerdings mit Fußball nix am Hut hat. Wie Tommes Diallo diese Gefühlsachterbahn spielt zwischen vorsichtigem manchmal ausgelassenem Zusammensein mit seinem Freund und der mitunter toxischen Welt des Fußballs, ist bemerkenswert. Durch sein Spiel lässt er Josh ganz nah an die Zuschauenden herankommen und mit ihm mitfühlen.
Biografie:
Als Sohn einer deutschen Mutter und eines guineischen Vaters wurde Tommes Diallo 1996 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abschluss seines Politik- und Wirtschaftsstudiums entschied sich Diallo für ein Schauspielstudium an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Mit der Hauptrolle in CHAMPIONS UND WIR (Regie: Paul Hordych) feiert er sein Schauspiel-Debüt vor der Kamera.
Selma Kopp - Bo Yann
Selma Kopp - Bo Yann
Selma Kopp - Bo Yann
Selma Kopp (WOLVES / WB Spielfilm)
Nominierungsbegründung:
Als Luana öffnet Selma Kopp den Blick in eine fremde, radikale Welt mit großer Genauigkeit und Sensibilität. Man spürt in ihrem Spiel das vorsichtige Beobachten, die wachsende Faszination und das immer tiefere Hineinziehen in Freiheit und gleichzeitig emotionale Abhängigkeit. Mit ihrer intensiven Präsenz führt sie die Zuschauenden konsequent durch den Film und macht Luanas inneren Weg unmittelbar erfahrbar.
Biografie:
Selma Kopp kommt aus Zürich und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Pharmaassistentin, bevor sie sich heimlich an der Stage Academy für die Schauspielausbildung bewarb und aufgenommen wurde. Ihre erste Hauptrolle in Jonas Ulrichs Spielfilmdebüt WOLVES erhielt sie über einen Castingaufruf ohne jegliche vorherige Dreherfahrung.
Joyce Sanhá - Olli Schulz
Joyce Sanhá - Olli Schulz
Joyce Sanhá - Olli Schulz
Joyce Sanhá (NOAH / WB Spielfilm)
Nominierungsbegründung:
Mit ihrer rebellischen und zugleich suchenden Präsenz eröffnet Joyce Sanhá den Zuschauenden einen intensiven Zugang zu Meleks innerer Gefühlswelt. Im Zusammenspiel mit Noah wird spürbar, wie sehr sie an diesem System zweifelt und es ständig hinterfragt und nach einer spirituellen Veränderung als Ausweg aus ihrem Alltag sucht. Ihr präzises Spiel macht diesen inneren Konflikt eindringlich erfahrbar.
Biografie:
Joyce Sanhá, geboren in Rotterdam und aufgewachsen in Hamburg, arbeitet nach ihrem Studium am Mozarteum in Salzburg als Schauspielerin. Ihre Engagements führten sie u.a. an die Münchner Kammerspiele, zu den Salzburger Festspielen sowie in Film- und TV-Produktionen, etwa in Fatih Akins RHEINGOLD, im TATORT Bremen und in einer Hauptrolle in Ali Tamims Kinofilm NOAH. 2024 wurde sie mit dem Solopreis beim Bundeswettbewerb Schauspiel ausgezeichnet und ist außerdem Trägerin des Schauspielstipendiums der Deutschlandstiftung. Seit der Spielzeit 2024/2025 ist sie festes Mitglied im Ensemble des Berliner Ensemble.
Konstantin Schumann - Joel Heyd
Konstantin Schumann - Joel Heyd
Konstantin Schumann - Joel Heyd
Konstantin Schumann (SOLO SHOW / WB Spielfilm)
Nominierungsbegründung:
Als Roy bewegt sich Konstantin Schumann souverän zwischen Kunstwelt, Nebenjobs und ständig wechselnden Masken. In den Momenten, in denen die Kamera ihn scheinbar beiläufig oder unvermittelt beobachtet, fängt er diese Unsicherheit präzise auf und verwandelt sie in ein intensives Spiel zwischen Selbstinszenierung und Verletzlichkeit.
Biografie:
Konstantin Schumann wurde 1997 in Essen geboren, wuchs in Münster auf und studierte dort zunächst Kommunikationswissenschaft. Parallel spielte er am Theater Münster in diversen Schauspiel- und Musicalproduktionen. Im Anschluss begann Schumann seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Seit 2024 ist er im Ensemble der Münchner Kammerspiele.
Berfin Sönmez - Jonathan Deges
Berfin Sönmez - Jonathan Deges
Berfin Sönmez - Jonathan Deges
Berfin Sönmez (GROPIUSSTADT SUPERNOVA / WB Spielfilm)
Nominierungsbegründung:
Der Traum, Schauspielerin zu werden, scheint für Stella durch die Zusage aus Amerika zum Greifen nah, doch die Freude kippt abrupt. In der Silvesternacht gerät sie zwischen Erwartungen, Enttäuschung und wachsendes Misstrauen, als sich die Ereignisse in der Welt ihres Partners Luan zuspitzen. Dieses emotionale Chaos gestaltet Berfin Sönmez nuanciert und macht die innere Zerrissenheit der Figur überzeugend erfahrbar.
Biografie:
Berfin Sönmez (*2001 in Berlin) sammelte erste Bühnenerfahrungen in freien Theaterprojekten, darunter beim ACT e.V., KompaniX und Radical Present. Während ihres Drehbuchstudiums widmete sie sich weiterhin der Schauspielerei und wirkte an verschiedenen Kurzfilmen und Fernsehproduktionen wie ECHT, A BETTER PLACE und aktuell SOKO Leipzig mit. In Ben Voits GROPIUSSTADT SUPERNOVA ist sie in ihrer ersten Hauptrolle in einem Spielfilm zu sehen.
Emilia Warenski - Julian Warenski
Emilia Warenski - Julian Warenski
Emilia Warenski - Julian Warenski
Emilia Warenski (BLEISTIFTSTRICHE / WB Mittellanger Film)
Nominierungsbegründung:
Als die Französin Emma in Coras ereignislosem Sommer auf dem Land auftaucht, verändert sich schlagartig ihre Laune - man sieht sofort in Emilia Warenskis Spiel und Mimik, wie sie quasi aus der sommerlichen Trägheit erwacht. Mit Blicken, kleinen Gesten, dann u.a. in ausgelassenen Momenten sieht man die Vielschichtigkeit von Emilias Spiel, mit dem sie die Zuschauenden berührt.
Biografie:
Emilia Warenski wurde 2004 in Innsbruck geboren und ist dort aufgewachsen. Bereits 2012 wirkte sie in ihrem ersten Film RISE UP! AND DANCE (Regie: Barbara Gräftner) mit. Es folgten u.a. eine Rolle im Hauptcast im Kinofilm MADISON (2019, Regie: Kim Strobl) und seit 2022 die Hauptrolle der Dani Strobl in der ORF-Skiserie SCHOOL OF CHAMPIONS. Parallel dazu absolvierte Warenski mehrere Schauspielworkshops, unter anderem bei Giles Foreman in London.
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Ticketverkauf |
| Programm, Magazin & Timetable Ausführliche Informationen sowie die Vorführzeiten aller Filme des Programms sind auf der Festival-Website einsehbar. Das Magazin sowie der Timetable stehen als PDF-Download bereit und liegen in gedruckter Form in Saarbrücken aus. >> Das ganze Filmprogramm online >> Magazin (PDF) >> Timetable (PDF) |





